Name. ZAW

Jahr. 2020

Typ. umbau, öffentlich

Ort. Zollikon . ZH

Beschreibung. Sanierung + Aufstockung Geschäftshaus, Ausbau Kindergarten

Ausführungsplanung+Bauleitung . Adrian Wendel . Wir Architekten . Rieden . AG

Das 1978 erstellte Gewerbehaus liegt in der Gemeinde Zollikon am Ufer des Zürichsees, flankiert von der Seestrasse im Westen und den Bahngleisen im Osten.
Der viergeschossige Solitär zeigt in der Volumetrie und der Fassadengestaltung eine klare Gliederung in Sockel und Hauptbau. Während der Sockel sich zur Strasse hin öffnet, ist der Hauptbau einem bestimmten Raster folgend aufgebaut und reagiert zu allen vier Seiten gleich. Dieser Raster und dessen inhärente Symmetrie ist die bezeichnende Eigenheit des Gebäudes.
Der Bau aus den späten 70er Jahren wird in Stand gesetzt und das Gesamtvolumen um ein Vollgeschoss ergänzt. Zudem werden im Rahmen der Sanierung im Inneren zwei Geschosse zu einem Kindergarten ausgebaut. Der Dialog mit dem Bestand und die Auseinandersetzung mit den Stielelementen des Bauwerks stehen dabei stets im Vordergrund.
Die geplante Aufstockung nimmt starken Bezug auf die Tektonik des Bestands – deren Rhythmus wird im Attikageschoss fortgeführt. Über eine Überhöhung der Fensteröffnungen und einen Materialwechsel von Beton auf Stahl wird ein klarer Abschluss des bestehenden Hauptkörpers formuliert. Es entsteht eine charakteristische Gliederung in Sockel-, Haupt- und Attikavolumen.
Im Westen löst sich die Gebäudehülle von der Primärstruktur ab und schafft über einen Rücksprung Raum für eine grosszügige Terrasse mit Seesicht.
Im Sinne des Tragwerkskonzepts des Bestands, mit seiner lastableitenden Betonfertigelement Fassade, dem tragendem Kern und den dazwischen freispannenden Geschossdecken, folgt der vertikale Lastabtrag der Aufstockung dem selben statischen Prinzip. Der Erweiterungsbau in Stahl-Holz Hybridbauweise überspannt unter Einschluss der Pergolastruktur den gesamten Grundriss und garantiert so, dass keine Lasten auf die bestehende Geschossdecke abgegeben werden. In den Bestandsgeschossen werden die Decken und Kernwände ertüchtigt um den heutigen statischen Anforderungen an Knick-und Durchstanzwiderstand, sowie Erdbebensicherheit gerecht zu werden. Die Betondecken in den Mieteinheiten werden dabei sichtbar gelassen, wohingegen die Kernwände mit schwarzem mdf verkleidet werden. Der dunklen Beplankung im Zentrum des freien Grundrisses steht die helle, sandfarbene Verkleidung der Fassadeninnenseite gegenüber. Sie sorgt für ein kontrastvolles Gegengewicht und leistet zudem mit ihrer Akustikperforation einen wichtigen Beitrag zu einem ausgewogenen Raumgefühl.
Der Ausbau des Kindergartens orientiert sich an den Prinzipien des Grundausbaus. Die mdf Beplankung des Kerns wird raumhaltig erweitert und bietet zusätzlichen Platz für Kinder-WCs, Garderobe und Küche. Im Gegensatz zur nahtlos fortgeführten, schwarzen Aussenbeplankung, wird das Innere jener Räume in hellem mdf ausgeführt. Raumhohe, 180° öffenbare Pendeltüren erlauben verschiedene Raumkonfiguarationen um den unterschiedlichen Nutzungsszenarien des Kindergartenalltags gerecht zu werden. Während sich im Eingangsgeschoss zu Bring- und Abholzeiten so ein mobiler Windfang abtrennen lässt, reichen die Möglichkeiten im Obergeschoss von einer versteckten Schrankküche, über einen hellen Küchenraum am Fenster, bis hin zur Theke eines Verkäuferli-Ladens.
Auf beiden Geschossen des Kindergartens zonieren eingeschobene Raumkammern den freien Grundriss. Dazwischen entsteht ein fliessender Raum, der die in den Ecken angeordneten Gruppen- und Essräume miteinander verbindet und so die Grosszügigkeit dieser charakteristischen Bauweise weiterhin räumlich erlebbar macht.

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